CONSILIUM  Collegium


Know-How für Wissenschaft und Industrie

    auf Basis von praktischen Erfahrungen in verschiedenen Branchen,  aus Unternehmen    
    unterschiedlicher Größe,  erarbeitet in Fach- und Führungsfunktionen sowie in diszipli-  
    nen-übergreifenden Teams.                                                                                    
    Umgesetzt wird jenseits von Konventionen und abseits von Mainstreams.


Im Zentrum:

     Innovation, Projektmanagement, Unternehmensentwicklung, Corporate Identity.

Zweck unseres Tuns:

     fallspezifische Lösungen, attraktiv für alle Beteiligten, lohnendes Investment.

Methodik des Vorgehens:

     Problemdefinition, Ursachen-Analyse, Handlungsoptionen, Bewertung der Alternativen,
     Auswahl der Rahmenbedingungen, Entscheidung, Realisierung, Erfolgskontrolle.

Ziel der Aktivitäten:

     Nutzenmehrung für die Anwender, Ergebnisse in Form von Erkenntnisgewinnen durch
     neue, ungewohnte Sichtweisen.

Wirtschaftsportal für Experten:

     brainGuide hat 40 Arbeiten von insgesamt 135 Publikationen des Autors gelistet;
     Link:  https://www.brainguide.de/Gerhard-Schlick/publikationen

Druckschriften:

     DIN A4- Volltexte können bestellt werden unter: schlick.consilium@t-online.de

Beispiel: (Ausschnitt)

Highlights
of Innovation. -

Neueste Erkenntnisse im Überblick

 von Dipl.-Ing. Gerhard H.  Schlick
 Stand: 16.02.2019
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Inhalt


Abstract

Einleitung

Grundlagen und Terminologie

 Der Mensch,  Evolution,  Kompetenz,  Wissenschaft und Forschung,  Geschäftsmodelle,
 
 Das Phänomen,  Das Paradigma,  Innovation,  Schein-Innovation,  Me-Too-Innovation,


 Nicht-Innovation,  High-Level-Innovation und andere Klassifizierungen.

Das Problemfeld

 Systemfehler,   Mängel,  Strukturschwächen,   Hindernisse,   Hürden,  Barrieren,
   
  Fehlallokationen,  Verluste,  Flops,  Wettlauf,  Wettbewerb,  Mißbrauch,  Preise.

Das  Mehrwert-Innovationsmodell

 Die Neuerung,   Modell-Generationen,  Disruption im Innovations-Management,
 
 Brainware-Technologie,   Vielseitigkeits-Tool,

Markenkern und Alleinstellungsmerkmal.

Zusammenfassung

Literatur

Impressum

 

Abstract

Was ist neu?
Der Innovationsprozeß wird abgebildet als System sozio-ökonomisch-technischer
Regelkreise auf der Basis von Brainware-Technologie mit dem Menschen im Zentrum.

Der Wert für die Wissenschaft: ein hochgradig realitätsnahes Erklärungsmodell mit
grundlegend neuen Erkenntnissen und kreativen Lösungen.

Der Nutzen für die Praxis: ein individualisierbares Vielseitigkeits-Tool für unterschiedliche
Branchen, Sektoren und Bereiche.

Der einzelne Anwender profitiert von erhöhter Effizienz und gesteigerter Effektivität.

Einleitung

 

Das Thema Innovation hat einen außerordentlich großen Umfang; alle unsere Lebensbereiche sind betroffen. Es ist sehr vielgestaltig; technische, wirtschaftliche, organisatorische, soziale und andere Gesichtspunkte sind hier von Belang.
 
Es ist hoch-komplex, d.h. es gibt unklare und auch unbekannte Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge und viele Einflußfaktoren. Es ist äußerst spannend, denn je mehr wir wissen, um so interessanter wird das Phänomen, um so tiefer wird unsere Erkenntnis, um so größer das Verständnis. 
 
Das Thema ist nicht nur bunt, sondern schillernd; egal ob aus der Makro- oder der Mikro-Perspektive, ob aus kurzer oder langer Sicht, ob theoretisch oder praktisch fundiert, ob wissenschaftlich oder empirisch begründet. Außerdem ist es nie zu Ende, denn menschliche Kreativität kann nicht begrenzt, gebremst oder gelenkt werden.

Der Autor hat das Thema im Verlauf seiner 60-jährigen beruflichen Tätigkeit in Fachartikeln, Büchern und Broschüren behandelt; mal infolge eines konkreten Anlasses, mal um einen summarischen Zwischenstand zu erfassen. Zwei solcher Sammelwerke sind:

-   "Wissenspool Innovation", FAZ-Buch (2002); 507 S.
-   "Handbuch Innovations-Terminologie" CONSILIUM Collegium (2009); 587 S.

Eine dritte Zusammenfassung ist die vorliegende Arbeit. Sie gibt einen verichteten Überblick zu den in den Jahren 2013 - 2018 entstandenen Broschüren, den gewonnene Erkenntnissen und den erarbeiteten Highlights. Von besonderer Bedeutung sind die Zusammenhänge und die Schlußfolgerungen.
 
Die Aufgabe lautet: das Phänomen Innovation besser verstehen und dem Innovations-Management auf der Basis fundierter Ergebnisse neue Perspektiven erschließen.


Grundlagen und Terminologie


Section I:  Zu den Grundlagen     

Der Mensch

Begonnen wird mit derjenigen Erkenntnis, die - in jeder Hinsicht - als die gravierendste angesehen wird, die Einiges von unserem bisherigen Weltbild über Innovation zum Einsturz bringen und die dazu zwingen wird, Innovation neu zu denken; nämlich der Tatsache, daß der Mensch in den rund 100 Prozeßmodellen der Innovation, die von 1953 bis 2016 entstanden sind, nicht vorkommt! Und das, obwohl der Mensch der zentrale Akteur ist als Ideengeber, Planer, Handelnder, Entscheider.

 
Aus heutiger Sicht ist das Fehlen mehr als erstaunlich. Sucht man nach möglichen Ursachen, so bieten sich an: entweder das ist vergessen worden, was in Anbetracht der großen Zahl von Modellgestaltern und im Hinblick auf die lange Zeit ziemlich unwahrscheinlich ist, oder dieser "Faktor" wurde mit Absicht ausgeblendet, weil  viel zu kompliziert und zu wenig berechenbar. Nach damaligem Verständnis war Innovation etwas rein Sachliches, in erster Linie Technisches; da störte der Mensch nur.

Eine Parallele drängt sich auf: in den Wirtschaftswissenschaften galt der "homo oeconomicus" lange Zeit als alleiniges Erklärungsmuster für menschliches Handeln. Doch diese Vorstellung ist obsolet ge-worden, weil inzwischen empirisch mehrfach widerlegt. In der Innovationswissenschaft und -Praxis muß dieser Umdenkprozeß noch stattfinden.

Abgesehen von den Folgen dieses Systemfehlers , die an anderer Stelle noch eingehend beleuchtet werden, bedeutet das Ausblenden des Menschen, daß die emotionalen Momente, die es beim Innovieren auch gibt, fehlen, ebenso wie das nicht regelbasierte Handeln der Akteure sowie sämtliche Komponenten der Interaktion und Kommunikation zwischen den Beteiligten.

Erkenntnis: Menschliche Entscheidungen sind das Resultat einer komplexen Mischung aus logischem Denken und rationaler Argumentation verbunden mit emotionsgesteuertem Verhalten und situa-tionsbezogenem Handeln.

Highlight: Der Mensch steht im Zentrum des Innovationsgeschehens. Dieses Faktum ist unabdingbar und daher Bestandteil realistischer, leistungsfähiger, Nutzen bringender Modelle.

Evolution

Eine für die Fachwelt überraschende Erkenntnis hat ihren Ursprung in Diskussionen. Mehrfach ist in der Vergangenheit in loser Runde die Frage gestellt worden, warum Dieses oder Jenes entstanden ist, obwohl es dafür keine unmittelbare Notwendigkeit gab und obwohl es sich nicht um logische Weiterentwicklungen handelte; eher wie eine plötzlich "vom Himmel gefallene" Idee.

Das löste Nachforschungen und gezielte Recherchen aus. Bevor wir zum Ergebnis kommen, soll festgehalten werden: nach herrschender Lehre gibt es für Innovationen zwei Antriebskräfte:

Market-Pull, also das Ziehen des Marktes, weil es Bedarf zur Lösung eines Problems gibt und Technology-Push, also der Druck, praktische (möglichst viele) Anwendungen zu suchen und zu finden für eine neu entwickelte Technologie, von der angenommen wird, daß es dafür Potential gibt und dieses zu erschließen gilt (möglichst als Erster).

Das ist allseits anerkannter "Stand der Technik". Etwaige weitere Quellen, aus denen Triebkräfte entstehen könnten, sind in der Literatur noch nie beschrieben worden. Da das Spektrum der von außen wirkenden Kräfte abgedeckt schien, wurde der Suchprozeß darauf gelenkt, ob es vielleicht im Innern des Menschen ruhende Kräfte geben könnte. 
 
Nach Auswertung der Recherche-Ergebnisse und Abwägen der Pro- und Contra-Argumente, blieb als mögliche Quelle übrig, was "Gen-Dynamo" genannt worden ist, also ein Gen oder eine Genkombination, welche im Verlauf der Evolution entstanden sein könnte und die Ursache für unsere Schöpferkraft sein muß.

Auf Begeisterung stieß die im Jahr 2017 publizierte These in der Fachwelt nicht gerade; eher auf Skepsis oder abwartende Haltung. Ein Jahr später fand sie jedoch kompetente, internationale Bestätigung: Drei  Forschergruppen (University of California, Université Libre, Brüssel und Max-Planck-Institut, Dresden) veröffentlichten Ergebnisse, wonach "eine ganz bestimmte Gengruppe, die sie gefunden haben, als Schlüsselerfindung für den menschlichen Intellekt bezeichnet wird" (F.A.Z. vom 06.06.2018; S. N1).

Erkenntnis: Es gibt Fälle, die von den etablierten Denkmustern nicht gedeckt sind und die von der herrschenden Theorie nicht erklärt werden können.

Highlight: Mit dem "Gen-Dynamo" wurde eine dritte Quelle für das Werden von Innovationen gefunden. Diese innere Antriebskraft tritt neben die beiden bekannten äußeren Antriebskräfte.

Kompetenz

Innovationskompetenz ist in der Lehre und in der Praxis "unterbelichtet". Es wird einfach vorausgesetzt, daß die Mitarbeiter, die hierfür arbeiten sollen, diese Eigenschaft besitzen. Zu den Fakten: Bewirbt sich ein Handwerks- oder Industriemeister bei einem Unternehmen, wird der Meisterbrief als Nachweis für eine Mindest-Qualifikation gefordert. Er ist ein Muß für die Einstellung.

Bewirbt sich ein Hochschulabgänger für eine Aufgabe, die mit Innovation zu tun hat, fragt kaum ein Personaler nach entsprechenden Belegen oder Nachweisen, ob der Bewerber kompetent genug ist, innovativ tätig sein zu können. Es wird einfach angenommen, daß er innovieren kann.

Der Autor hat im Mai 2014 bei den Inhabern der Innovations-Lehrstühle von 32 deutschen Universitäten und Hochschulen eine Umfrage abgehalten. Gefragt wurde mit jeweils persönlichem Anschreiben unter dem Titel: "Wer innovieren will, muß kompetent sein", ob das Thema in Lehrplänen explizit behandelt wird und welche Vorlesungen, Übungen und Seminare mit anschließenden Befähigungs-Nachweisen es gibt. Ergebnis: kein einziger Professor hat geantwortet!

Dabei gibt es ein Hilfsmittel, das Schalenmodell des Autors (Lit.: "Mit Innovationskompetenz zu mehr Wettbewerbsstärke und Unternehmenserfolg", Personalwirtschaft 01/2015). Es zeigt die einzelnen Kompetenzgebiete auf: wo gibt es Stärken, wo Schwächen und wo gibt es Potential. Es zeigt das jeweils nötige Maß auf und ermöglicht Vergleiche.

Wenig bekannt ist offensichtlich auch, daß es viele Master-Studiengänge zum Thema Innovation gibt. Eine weltweite Übersicht unter 
 
 http://www.innovationsmanagement.se listet 10 "Masters in Innovation", die erworben werden können (Erasmus University, Rotterdam / NL; EMLYON Business School Lyon / F; Universidad Ibanez Santiago / Chile; Université Paris-Dauphine / F; State University of Management, Moscow / RUS; Toulouse Business School, Toulouse / F; Grenoble Ecole de Management, Grenoble / F; National Chengchi University Taipeh / Taiwan; Aarhus University, Aarhus / DK; Deusto Business School, Bilbao / E.

Erkenntnis: Innovationskompetenz sollte sowohl in Lehre und Ausbildung als auch in der Praxis einen höheren Stellenwert bekommen.

Highlight: Nutzbringende Kompetenz ist erlernbar und trainierbar; sie resultiert vorwiegend aus Anwendung und Erfahrungslernen in Teams. Mit dem "Schalenmodell" wird ein Tool hierzu angeboten.

Wissenschaft und Forschung

Forschung bedeutet viel Geduld, sehr langen Atem, herbe Enttäuschungen und vor allem eine Menge Arbeit. Denn Forschung heißt: Systematische Suche nach neuen Erkenntnissen einschließlich deren Dokumentation, Publikation und Kommunikation. Es geht darum, Zusammenhänge und Wechsel-wirkungen aufzuzeigen zwischen technischen, ökonomischen, sozialen, kulturellen und politischen Faktoren und daraus Folgerungen abzuleiten für die Gestaltung von Innovationsprozessen.

Die existierenden Theorieteile widmen sich Facetten des Gesamtphänomens Innovation, wobei unter Phänomen verstanden werden soll: etwas, was nicht genau beschrieben werden kann. Hier eine Auswahl:

-  die Schumpeter´sche Theorie, also der klassische Ansatz
-  die neoklassische Theorie nach Arrow, Grup,  Hicks u.a. 
-  die institutionen-orientierte Theorie nach Freeman, Nelson u. Winter, oder Pavitt 
-  die evolutions-orientierte Theorie nach z.B. Erdmann, Tübingen (1993) 
-  die angebots- und nachfrage-orientierten Theorien, insbesondere die bekannte Push-/Pull-Theorie 
   nach Weckwerth, Berlin (1999)
-  die unternehmerischen Theorien, etwa nach Pyka, Hohenheim 
-  die interaktions-orientierten Theorien nach Fichter u. Antes, Berlin (2007) 
-  regionale Innovationstheorien gem. ETH, Zürich (2018).

Erkenntnis 1: Es gibt keine umfassende, in sich schlüssige wissenschaftlich fundierte Innovations-theorie, sondern nur Teile. Und es gibt kein Theoriegebäude, das uns aufzeigt, wie eine solche aufgebaut / zusammengesetzt / strukturiert sein müßte.

Erkenntnis 2: In der Innovationsforschung gibt es einen Zustand,  dessen man sich - trotz großer Tragweite - nicht bewußt ist, das "Reichtum-Problem".

In den zurückliegenden Jahrzehnten ist nämlich auf dem Gebiet der Innovation eine so große Menge an Methoden, Verfahren, Modellen und Tools entstanden, daß diese Übermenge selbst von Experten kaum noch überblickt werden kann. Für den "Normal"- oder "Durchschnitts"-Innovierenden ist das eine nicht zu beherrschende Situation. Er ist mit der Aufgabe, das bestgeeignete Hilfsmittel für den aktuellen Fall auszuwählen, überfordert. Das Instrumentarium umfaßt einige hundert Hilfsmittel, die in zwei Arbeiten gut dokumentiert sind.

Ursache hierfür ist die unbekümmerte Ausweitung des Instrumentariums im Bestreben, möglichst viele (auch exotische) Fälle zu erfassen. Was fehlt, sind vollständige Übersichten mit Empfehlungen für optimale Einsätze.  Rückbau, Reduktion oder Konsolidierungen hat es nicht gegeben. Was der Anwender auswählt, ist mehr oder weniger dem Zufall überlassen. Die Gesichtspunkte Effizienz und Effektivität kommen in diesem "Spiel" nicht vor. Das "Irgendwie" regiert. Systematisches Arbeiten sieht anders aus. 

Geschäftsmodelle

Für "Geschäftsmodelle" fehlt in Wissenschaft und Praxis eine allgemein akzeptierte Definition.  Hier soll darunter verstanden werden: die spezifische Art und Weise, wie Know-how, Kompetenz und Finanzierungsquellen eines Anbieters mit den Wünschen und Bedürfnissen einer möglichst großen Gruppe von Anwendern / Nutzern zusammen gebracht werden können, damit daraus eine stabile 
Win-Win-Situation wird.

Entstanden ist das Konzept im Zuge des Aufkommens der Internet-Ökonomie in den 1990er Jahren. Die Ursachen liegen vermutlich jedoch tiefer und sind multibler Natur. Es zählen dazu weitgehend gesättigte Märkte, Globalisierung, Digitalisierung, und Strukturwandel sowie gesellschaftliche Veränderungen in Wertvorstellungen, Arbeitswelt, Kultur, Freizeitverhalten. Beispiel: gehört es noch zum Status, ein eigenes Auto haben zu müssen oder ist Anderes wichtiger?

Dieser Vielfach-Wandel, der oft disruptiv verläuft und den Nutzen in den Vordergrund stellt, geschieht so massiv und so schnell, daß dem die gewohnten Ordnungen, Abläufe und Muster nicht mehr standhalten. Die aus den Umwälzungen und Verwerfungen entstehenden Herausforderungen sind so grundlegend, daß "Business" in vielen Fällen neu gedacht und gemacht werden muß. (Lit.: "Business im Umbruch", ein Diskussionsbeitrag, der zum 68. Deutschen Betriebswirtschafter-Tag der Schmalenbach-Gesellschaft in Düsseldorf am 24./25.09.2014 als Diskussionsbeitrag eingereicht worden ist).

Ein herausragendes Beispiel ist der Fernbusmarkt; früher streng reguliert, hat ihn die Bundesregierung 2013 freigegeben. Aus einem Start-up ist im Verlauf von drei Jahren in Deutschland ein Monopolist geworden: Flixbus mit einem Marktanteil von 90 %. Und das mit einem Verkehrsmittel, von dem man dachte, es sei out. Flixbus hat mit einem bestechenden Geschäftsmodell (Niedrigpreise, Internet-Vertrieb, daten-basierte Streckenplanung) das Fernreiseverhalten verändert (manager-magazin vom 16.05.2017).

Section II: Terminologie-Aspekte

Das Phänomen


Mit "Phänomen" wird i.a. etwas bezeichnet, das wir nicht genau fassen / beschreiben / erklären können; etwas, das uns verschwommen / diffus vorkommt. Wir haben keine passenden Begriffe, es mangelt an Vergleichen.

Innovation ist ein solches Phänomen, weil es komplex ist. D.h.: es fehlen uns vollständige Informati-onen über die meist große Zahl von Einzelkomponenten und insbesondere ihrer Wechselwirkungen.
Innovation hat großen Einfluß auf Wettbewerbskraft, Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand einer Region und hat nicht nur technische, sondern auch soziale, gesellschaftliche und kulturelle Effekte; z.B. im Hinblick auf das Image von Unternehmen, auf Investitionen, Steueraufkommen, Fördergelder und die Attraktivität als Standort.
 
Sehr oft ist versucht worden, das Innovations-Phänomen zu definieren. 2009 hat der Autor 30 der gängigsten Interpretationen im "Terminologie-Handbuch" zusammengestellt. Alle sind mit Mängeln behaftet (es werden nur einzelne Aspekte, bestimmte Sichtweisen oder Konstellationen berück-sichtigt). Und selbst "halb-offizielle" Definitionen wie diejenige der OECD (Oslo-Manual, 3. Edit. von 2005) sind in Anbetracht ihres Alters von 13 Jahren von der hoch-turbulenten Realität überholt. Trotzdem wird die OECD-Definition von der "Expertenkommission Forschung und Innovation, EFI"
im Gutachten 2016 für die Bundesregierung ohne Ergänzung oder Veränderung verwendet.
 
Erkenntnis: Es fehlt eine neuzeitliche umfassende Definition, eine, die vielen Ansprüchen genügt.

Der Autor hat einen mehrdimensionalen Ansatz gewählt mit übergreifenden Eigenschaften.
Diese Definition ist:

-  gegenstands-unabhängig
-  branchen-, sektor- und bereichs-neutral
-  disziplinen-unabhängig
-  prozeßketten-umfassend
-  holistisch-systemisch.

Das Highlight dieses Kapitels, die Definition lautet:

Hauptsatz 1: Innovation ist erfolgreich realisierte, nutzenstiftende Problemlösung durch neue Ansätze, neuartige Konzepte, noch nicht dagewesene Kombinationen, Konfigurationen o.ä.
                       
Hauptsatz 2: Sie kann sich beziehen auf neue Erzeugnisse, Dienstleistungen, Verfahren, Organisationsformen, Strukturen, Prozesse, Märkte, Geschäftsmodelle u.a.m.
                         
Hauptsatz 3: Sie umfaßt die gesamte Kette von der Idee bis hin zum Kunden, Käufer, Betreiber, Anwender.
                        

Das Paradigma

 
Was ist ein "Paradigma"? Insbesondere: was ist ein Innovations-Paradigma? Das wird in der Literatur von den Autoren - sofern überhaupt behandelt - entweder verhüllt, mit plakativen Formulierungen überspielt oder - man könnte fast sagen listigerweise - als bekannt vorausgesetzt. Und das, obwohl kaum ein Mensch erklären kann, was man unter einem Paradigma versteht.
 
 Außerdem gehen die Autoren mit dem Begriff recht eigenartig um; hier einige Beispiele:

H. Chesbrough (in: "Open Innovation"; Oxford University Press, 2006) erhebt kurzerhand sein neues Modell zu einem Paradigma. Und das bei rund 100 anderen Prozeßmodellen der Innovation!
R. G. Fichman (in: Going beyond the Dominant Paradigma", J. of the Ass.for Information Systems, Aug. 2004) postuliert ein bestimmtes Paradigma als dominant, ohne zu sagen, welches denn die anderen - offensichtlich subdominanten - Paradigmen seien und warum.
Hohwald / Beerheide (in: "Soziale Innovation", Springer, 2010) verwenden den Begriff eher ideologie-behaftet als sachlich konkret.
E. von Hippel (in: "Das User Innovation Paradigma", MIT Press, Cambridge, 2016) "erfindet" eine "User-Innovation" und macht daraus gleich ein "User-Innovation-Paradigma", obwohl es überhaupt keine Innovation ohne User geben kann.
   
Sprachwissenschaftlich bedeutet "Paradigma" (griech.): Muster. In unserem Fall ist ein Innovations-
Paradigma also ein Muster, eine Vorlage darüber, wie das Innovieren "funktioniert" und was man beim Innovieren üblicherweise "macht".
Ein Innovations-Paradigma ist hochstabil, also veränderungsresistent. Wird es beschrieben, so sollte das sachlich, objektiv, neutral und wertfrei geschehen. Denn:

       Ein Innovations-Paradigma ist so etwas wie ein ungeschriebenes Zentralgesetz,
       ein unbewußter Imperativ für unser Innovationshandeln.
 
Erkenntnis:
Das Innovations-Paradigma ist vor 2016 noch nie definiert worden.
Anmerkung: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnete im Jahr der Veröffentlichung durch den Autor keinen einzigen Artikel zum Stichwort: "Innovations-Paradigma."

Highlight: Ein Innovations-Paradigma ist ein Set an charakteristischen Merkmalen, vorherrschenden Mustern und gewachsenen Konventionen.
Es beinhaltet vier Kernelemente:
Wesensmerkmale, Deutungsmuster, Handlungsmuster und Kommunikation.
Inhalte und Struktur des geltenden Innovations-Paradigmas wurden mit Bild veröffentlicht.


Innovation, Schein-Innovation, Me-too-Innovation, Nicht-Innovation
 
Die fehlende umfassende, allgemeingültige, offizielle und von der Fachwelt anerkannte Definition von Innovation sorgt immer wieder für Mißverständnisse und Verwirrung; sowohl im Alltag wie durch Publikationen. Sogar zu juristischen und finanziellen Folgen kann es kommen.
 
Und ob es sich im konkreten Fall wirklich um eine Innovation handelt, ist keineswegs immer eindeutig. "Innovationsämter" oder "Innovationsgerichte", die das klären könnten, gibt es nicht. Typische Fragen im Hinblick auf diese Problematik sind z.B.:
 
-  Wann kann vom Innovator mit Berechtigung behauptet werden, seine Neuerung sei eine Innovation?
-  Wann glaubt ein Käufer / Nutzer, daß er wirklich eine Innovation erworben hat?
-  Weshalb anerkennt die Fachwelt, daß es sich tatsächlich um eine Innovation handelt?
-  Unter welchen Bedingungen kann eine Neuerung ehrlicherweise als Innovation beworben werden, ohne daß es zu enttäuschten Erwartungen kommt?

Das zeigt: es besteht Bedarf, zwischen unbewiesenen Behauptungen / Meinungen / Ansichten einerseits und fundierten, nachvollziehbaren Aussagen andererseits unterscheiden zu können.
 
Erkenntnis: Es fehlen eindeutige Unterscheidungs-Merkmale sowie praktische Tools zur Handhabung in der Praxis.

Highlight: Der Autor hat deshalb ein Evidenz-Raster entwickelt, wodurch zwischen echten Innovationen, vorgetäuschten Schein-Innovationen, nutzlosen Pseudo-Innovationen, Innovations-Imitaten u.a. Formen per überprüfbarem Vorgehen mit klaren Kriterien unterschieden werden kann.
(Lit.: "Wann ist eine Innovation wirklich eine Innovation"?, 2014)


High-Level- Innovationen und andere Klassifizierungen

In der Querschnitts-Disziplin Innovation sind im Laufe der Jahrzehnte weit über 1000 Begriffe entstanden; aus Notwendigkeit, Zufall, Sprachreichtum der Akteure oder anderen Gründen. Eine Zusammenstellung liefert das "Handbuch Innovations-Terminologie" (2009); siehe: Lit. am Ende
des Beitrages.
 
Erkenntnis: Es herrschen inhaltlicher Wildwuchs und sprachliches Chaos. Es gibt keine Ordnung,
keine Differenzierungen, keine Strukturen, keine Schemata zur Klassifizierung.

Highlight: Der Autor hat Begriffs-Übersichten in Tabellenform mit grafischen Baumstrukturen und dazugehörigen Beschreibungen geschaffen. (Lit.: "High-Level-Innovation", 2015) sowie "Interpretation eines Phänomens", 2016).