Section II: Terminologie-Aspekte

Das Phänomen

Mit "Phänomen" wird i.a. etwas bezeichnet, das wir nicht genau fassen / beschreiben / erklären können; etwas, das uns verschwommen / diffus vorkommt. Wir haben keine passenden Begriffe, es mangelt an Vergleichen.
Innovation ist ein solches Phänomen, weil es komplex ist. Es fehlen uns vollständige In-formationen über die meist große Zahl von Einzelfaktoren. Wir kennen meist nicht die Struktur, nicht die genauen Zusammenhänge und nicht die Wechselwirkungen.
Innovation hat großen Einfluß auf Wettbewerbskraft, Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand einer Region bzw. ganzer Volkswirtscaften und hat nicht nur technische sondern wirtschaftliche, soziale, gesellschaftliche und kulturelle Effekte.; z.B. im Hin-blick auf Investitionen, Steueraufkommen, Image und die Attraktivität als Standort.
Sehr oft ist versucht worden, das Innovations-Phänomen zu definieren. 2009 hat der Autor 30 der gängisten Interpretationen zusammengestellt (Lit.: "Handbuch..", S. 1-6). Alle sind mit Mängeln behaftet, da nur einzelne Aspekte, bestimmte Sichtweisen oder Konstellationen berücksichtigt worden sind. Und selbst "halb-offizielle" Definitionen wie diejenige der OECD (Oslo-Handbuch 2005) sind in Anbetracht ihres Alters von 13 Jahren von der hoch-turbulenten Realität überholt. Trotz dieses Mangels wird die Oslo-Defi-nition von der "Expertenkommission Forschung und Innovation, EFI" im Gutachten 2016 für die Budesregierung ohne Ergänzungen oder Veränderungen verwendet.
Erkenntnis: Es fehlt eine neuzeitliche Definition, eine, die vielen Ansprüchen genügt.
Der Autor hat deshalb einen mehrdimensionalen Ansatz mit übergreifenden Eigenschaf-ten gewählt. Seine Definition ist: gegenstands-unabhängig, branchen-, sektor- und bereichs-neutral, disziplinen-unabhängig, prozeßketten-umfassend und holistisch-systemisch; s.u. in drei Hauptsätzen.
Highlight: Innovation
ist erfolgreich realisierte, nutzenstiftende Problemlösung durch neue Ansätze, neu-atige Konzepte, noch nicht dagewesene Kombinationen, Konfigurationen u.ä. kann sich beziehen auf neue oder wesentliche verbesserte Erzeugnisse, Dienstleis-tungen, Verfahren, Organisationsformen, Strukturen, Prozesse, Märkte, Geschäfts-modelle u.a.m. umfaßt die gesamte Kette von der Idee bis hin zum Kunden, Käufer, Anwender, Betreiber o.ä.

Das Innovations-Paradigma     

Was ist ein "Paradigma"; insbesondere: was ist ein Innovations-Paradigma"?  Das wird in der Literatur von den Autoren - sofern überhaupt behandelt - entweder verhüllt, mit pla-kativen Formulierungen überspielt oder als bekannt vorausgesetzt. Und das, obwohl kaum ein Mensch erklären kann, was man darunter versteht.
Außerdem wird mit dem Begriff eigenartig bis nachlässig umgegangen; hier einige Bei-spiele: H. Chesbrough erhebt in "Open Innovation; A New Paradigm", Oxford University Press (2006) kurzerhand ein einzelnes Modell zu einem Paradigma (bei mehr als 100 Mo-dellen!); R. G. Fichman postuliert in "Going Beyond The Dominant Paradigm" J. of Ass. (2004) ein bestimmtes Paradigma als dominant, ohne zu sagen, welches denn die an-deren - offensichtlich subdominanten - Modelle seien und warum; Hohwaldt / Beerheide verwenden den Begriff in "Soziale Innovation", Springer (2010) eher ideologisch als sach-lich konkret und von Hippl erfindet eine "User-Innovation" (ein Pleonasmus) und macht daraus gleich ein "User-Innovation-Paradigma." Frage: Wer kann sich eine Innovation ohne User vorstellen? Ein Unding, das die Anforderungen an die Definition von Inno-vation nicht entfernt erfüllt.
Sprachwissenschaftlich bedeutet "Paradigma" (griech.)  Muster. In unserem Fall ist ein Innovations-Paradigma also ein Muster, eine Vorlage darüber, wie das Innovieren "funktioniert" und was man üblicherweise beim Innovieren macht.
Ein Innovations-Paradigma ist hoch-stabil, veränderungs-resistent. Wird es beschrieben, so solte das sachlich, objektiv, neutral, wertfrei geschehen. Wir verstehen darunter einen unbewußten Imperativ für unser Neuerungshandeln; eine Art Zentralgesetz.
Erkenntnis: Ein Innovations-Paradigma ist früher noch nie definiert worden.                  Anmerkung: Im Jahr der Veröffentlichung durch den Autor (2016) verzeichnete die Deutsche Nationalbibliothek keinen einzigen Eintrag zu diesem Stichwort.
Highlight: Ein Innovations-Paradigma ist ein Set an charakteristischen Merkmalen, vorherrschenden Mustern und gewachsenen Konventionen.                                                  Es besteht aus den vier Kernelementen: Wesensmerkmale, Deutungsmuster, Handlungsmuster sowie Angaben zu Verständnis und Kommunikation.                            Die Inhalte, ihre Struktur und deren bildliche Darstellung finden sich in:                         "Ein Paradigmen-Umbruch beim Innovieren?" (2016).

Innovation, Schein-Innovation, Me-too-Innovation, Nicht-Innovation

Die fehlende umfassende, allgemeingültige, offizielle und von der Fachwelt anerkannte Definition von Innovation sorgt immer wieder für Mißverständnisse und Verwirrung; sowohl im Alltag wie auch durch Publikationen. Sogar zu juristischen / finanziellen Folgen kann es kommen.
Ob es sich im konkreten Fall wirklich um eine Innovation handelt, ist keineswegs immer eindeutig. "Innovationsämter" oder "Innovationsgerichte", die das klären könnten, gibt es nicht. Typische Fragen im Hinblick auf die Problematik sind:                                      Wann, d.h. mit welchen harten Kriterien belegt, kann vom Innovator behauptet werden, seine Neuerung sei eine Innovation? Unter welchen Bedingungen glaubt ein Käufer / Erwerber / Nutzer, daß er auch wirklich eine Innovation erworben hat? Warum (oder warum nicht) anerkennt die Fachwelt, daß es sich tatsächlich um eine Innovation han-delt? Mit welcher Berechtigung kann eine Neuerung ehrlicherweise als Innovation be-worben werden, ohne daß es zu enttäuschten Erwartungen kommt?
Das zeigt, es besteht Bedarf, zwischen unbewiesenen Behauptungen / Meinungen / An-sichten einerseits und fundierten, nachvollziehbaren Aussagen andererseits unter-scheiden zu können.
Erkenntnis: Es fehlen eindeutige Unterscheidungs-Merkmale sowie praktische Tools zur Handhabung in der Praxis.
Highlight: Das vom Autor entwickelte Evidenz-Raster (Lit.: "Wann ist eine Innovation wirklich eine Innovation"? 2014) kann mittels vier Merkmalen und deren Ausprägung zwischen wirklichen Innovationen, Schein-Innovationen (vorgetäuscht), Pseudo-Inno-vationen (ohne tatsächlichen Nutzen), Innovations-Imitaten (Nachbildungen oder Kopien), Me-too-Innovationen (Nachahmungen ohne Neuheitswert) und Nicht-Inno-vationen (behauptet, aber nicht den Prüfkriterien entsprechend) unterscheiden.

High-Level-Innovationen und andere Klassifizierungen

In der Querschnitts-Disziplin Innovation sind im Laufe der Jahrzehnte weit über 1000 Begriffe entstanden; aus Notwendigkeit, Zufall, Sprachreichtum der Akteure oder an-deren Gründen.
Erkenntnis: Inhaltlicher Wildwuchs und sprachliches Chaos; keine Ordnung, keine Differenzierungen, keine Strukturen, keine Schemata, keine Klassifizierungen.
Anmerkung: Eine Zusammenstellung der auf dem Gebiet üblichen Begriffe liefert das "Handbuch Innovations-Terminologie" (2009). Das Teilgebiet "Klassifizierung" ist behandelt worden den Arbeiten "High-Level-Innovation" (2015) und "Interpretation eines Phänomens" (2016). Von Belang sind hier die Gliederungen:                 Innovationsart (18 verschiedene), Innovationstyp (19 verschiedene), Innovationsform (18 verschiedene), Innovationsgattung (als Oberbegriff für Neuerungen ähnlicher Art), Innovationsklasse (als Gruppe von Neuerungen mit gleichen Eigenschaften) und Innovationskategorie (als allgemeinster, umfassender Begriff für Neuerungen).  Für die Unterscheidung von Innovationen nach ihrem Niveau wurde ein Raster erstellt, welches dafür fünf Charakteristika bennnt. (Lit.: "High-Level- .." 2015).
Highlight: Siehe die Merkmals-Übersichten und die dazu gehörende Beschreibungen.

 

Das Phänomen

Mit "Phänomen" wird i.a. etwas bezeichnet, das wir nicht genau fassen / beschreiben / erklären können; etwas, das uns verschwommen / diffus vorkommt. Wir haben keine passenden Begriffe, es mangelt an Vergleichen.
Innovation ist ein solches Phänomen, weil es komplex ist. Es fehlen uns vollständige In-formationen über die meist große Zahl von Einzelfaktoren. Wir kennen meist nicht die Struktur, nicht die genauen Zusammenhänge und nicht die Wechselwirkungen.
Innovation hat großen Einfluß auf Wettbewerbskraft, Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand einer Region bzw. ganzer Volkswirtscaften und hat nicht nur technische sondern wirtschaftliche, soziale, gesellschaftliche und kulturelle Effekte.; z.B. im Hin-blick auf Investitionen, Steueraufkommen, Image und die Attraktivität als Standort.
Sehr oft ist versucht worden, das Innovations-Phänomen zu definieren. 2009 hat der Autor 30 der gängisten Interpretationen zusammengestellt (Lit.: "Handbuch..", S. 1-6). Alle sind mit Mängeln behaftet, da nur einzelne Aspekte, bestimmte Sichtweisen oder Konstellationen berücksichtigt worden sind. Und selbst "halb-offizielle" Definitionen wie diejenige der OECD (Oslo-Handbuch 2005) sind in Anbetracht ihres Alters von 13 Jahren von der hoch-turbulenten Realität überholt. Trotz dieses Mangels wird die Oslo-Defi-nition von der "Expertenkommission Forschung und Innovation, EFI" im Gutachten 2016 für die Budesregierung ohne Ergänzungen oder Veränderungen verwendet.
Erkenntnis: Es fehlt eine neuzeitliche Definition, eine, die vielen Ansprüchen genügt.
Der Autor hat deshalb einen mehrdimensionalen Ansatz mit übergreifenden Eigenschaf-ten gewählt. Seine Definition ist: gegenstands-unabhängig, branchen-, sektor- und bereichs-neutral, disziplinen-unabhängig, prozeßketten-umfassend und holistisch-systemisch; s.u. in drei Hauptsätzen.
Highlight: Innovation
ist erfolgreich realisierte, nutzenstiftende Problemlösung durch neue Ansätze, neu-atige Konzepte, noch nicht dagewesene Kombinationen, Konfigurationen u.ä. kann sich beziehen auf neue oder wesentliche verbesserte Erzeugnisse, Dienstleis-tungen, Verfahren, Organisationsformen, Strukturen, Prozesse, Märkte, Geschäfts-modelle u.a.m. umfaßt die gesamte Kette von der Idee bis hin zum Kunden, Käufer, Anwender, Betreiber o.ä.

Das Innovations-Paradigma     

Was ist ein "Paradigma"; insbesondere: was ist ein Innovations-Paradigma"?  Das wird in der Literatur von den Autoren - sofern überhaupt behandelt - entweder verhüllt, mit pla-kativen Formulierungen überspielt oder als bekannt vorausgesetzt. Und das, obwohl kaum ein Mensch erklären kann, was man darunter versteht.
Außerdem wird mit dem Begriff eigenartig bis nachlässig umgegangen; hier einige Bei-spiele: H. Chesbrough erhebt in "Open Innovation; A New Paradigm", Oxford University Press (2006) kurzerhand ein einzelnes Modell zu einem Paradigma (bei mehr als 100 Mo-dellen!); R. G. Fichman postuliert in "Going Beyond The Dominant Paradigm" J. of Ass. (2004) ein bestimmtes Paradigma als dominant, ohne zu sagen, welches denn die an-deren - offensichtlich subdominanten - Modelle seien und warum; Hohwaldt / Beerheide verwenden den Begriff in "Soziale Innovation", Springer (2010) eher ideologisch als sach-lich konkret und von Hippl erfindet eine "User-Innovation" (ein Pleonasmus) und macht daraus gleich ein "User-Innovation-Paradigma." Frage: Wer kann sich eine Innovation ohne User vorstellen? Ein Unding, das die Anforderungen an die Definition von Inno-vation nicht entfernt erfüllt.
Sprachwissenschaftlich bedeutet "Paradigma" (griech.)  Muster. In unserem Fall ist ein Innovations-Paradigma also ein Muster, eine Vorlage darüber, wie das Innovieren "funktioniert" und was man üblicherweise beim Innovieren macht.
Ein Innovations-Paradigma ist hoch-stabil, veränderungs-resistent. Wird es beschrieben, so solte das sachlich, objektiv, neutral, wertfrei geschehen. Wir verstehen darunter einen unbewußten Imperativ für unser Neuerungshandeln; eine Art Zentralgesetz.
Erkenntnis: Ein Innovations-Paradigma ist früher noch nie definiert worden.                  Anmerkung: Im Jahr der Veröffentlichung durch den Autor (2016) verzeichnete die Deutsche Nationalbibliothek keinen einzigen Eintrag zu diesem Stichwort.
Highlight: Ein Innovations-Paradigma ist ein Set an charakteristischen Merkmalen, vorherrschenden Mustern und gewachsenen Konventionen.                                                  Es besteht aus den vier Kernelementen: Wesensmerkmale, Deutungsmuster, Handlungsmuster sowie Angaben zu Verständnis und Kommunikation.                            Die Inhalte, ihre Struktur und deren bildliche Darstellung finden sich in:                         "Ein Paradigmen-Umbruch beim Innovieren?" (2016).

Innovation, Schein-Innovation, Me-too-Innovation, Nicht-Innovation

Die fehlende umfassende, allgemeingültige, offizielle und von der Fachwelt anerkannte Definition von Innovation sorgt immer wieder für Mißverständnisse und Verwirrung; sowohl im Alltag wie auch durch Publikationen. Sogar zu juristischen / finanziellen Folgen kann es kommen.
Ob es sich im konkreten Fall wirklich um eine Innovation handelt, ist keineswegs immer eindeutig. "Innovationsämter" oder "Innovationsgerichte", die das klären könnten, gibt es nicht. Typische Fragen im Hinblick auf die Problematik sind:                                      Wann, d.h. mit welchen harten Kriterien belegt, kann vom Innovator behauptet werden, seine Neuerung sei eine Innovation? Unter welchen Bedingungen glaubt ein Käufer / Erwerber / Nutzer, daß er auch wirklich eine Innovation erworben hat? Warum (oder warum nicht) anerkennt die Fachwelt, daß es sich tatsächlich um eine Innovation han-delt? Mit welcher Berechtigung kann eine Neuerung ehrlicherweise als Innovation be-worben werden, ohne daß es zu enttäuschten Erwartungen kommt?
Das zeigt, es besteht Bedarf, zwischen unbewiesenen Behauptungen / Meinungen / An-sichten einerseits und fundierten, nachvollziehbaren Aussagen andererseits unter-scheiden zu können.
Erkenntnis: Es fehlen eindeutige Unterscheidungs-Merkmale sowie praktische Tools zur Handhabung in der Praxis.
Highlight: Das vom Autor entwickelte Evidenz-Raster (Lit.: "Wann ist eine Innovation wirklich eine Innovation"? 2014) kann mittels vier Merkmalen und deren Ausprägung zwischen wirklichen Innovationen, Schein-Innovationen (vorgetäuscht), Pseudo-Inno-vationen (ohne tatsächlichen Nutzen), Innovations-Imitaten (Nachbildungen oder Kopien), Me-too-Innovationen (Nachahmungen ohne Neuheitswert) und Nicht-Inno-vationen (behauptet, aber nicht den Prüfkriterien entsprechend) unterscheiden.

High-Level-Innovationen und andere Klassifizierungen

In der Querschnitts-Disziplin Innovation sind im Laufe der Jahrzehnte weit über 1000 Begriffe entstanden; aus Notwendigkeit, Zufall, Sprachreichtum der Akteure oder an-deren Gründen.
Erkenntnis: Inhaltlicher Wildwuchs und sprachliches Chaos; keine Ordnung, keine Differenzierungen, keine Strukturen, keine Schemata, keine Klassifizierungen.
Anmerkung: Eine Zusammenstellung der auf dem Gebiet üblichen Begriffe liefert das "Handbuch Innovations-Terminologie" (2009). Das Teilgebiet "Klassifizierung" ist behandelt worden den Arbeiten "High-Level-Innovation" (2015) und "Interpretation eines Phänomens" (2016). Von Belang sind hier die Gliederungen:                 Innovationsart (18 verschiedene), Innovationstyp (19 verschiedene), Innovationsform (18 verschiedene), Innovationsgattung (als Oberbegriff für Neuerungen ähnlicher Art), Innovationsklasse (als Gruppe von Neuerungen mit gleichen Eigenschaften) und Innovationskategorie (als allgemeinster, umfassender Begriff für Neuerungen).  Für die Unterscheidung von Innovationen nach ihrem Niveau wurde ein Raster erstellt, welches dafür fünf Charakteristika bennnt. (Lit.: "High-Level- .." 2015).
Highlight: Siehe die Merkmals-Übersichten und die dazu gehörende Beschreibungen.