Section III :  Das Problemfeld 

Systemfehler,  Mängel und Strukturschwächen 

Die im Zeitraum 1953-2016 entstandenen rund 100 Prozeßmodelle der Innovation haben mehrere Systemfehler:

 -  der Mensch kommt darin nicht vor, obwohl er Planer, Entscheider, Ausführender, Kommunikator und  
    Verantwortlicher ist
 -  der gesamten Konzeption fehlt es an Realitätsnähe (zu viele Idealisierungen und Vereinfachungen)
 -  die Modelle sind einsträngig und linear; d.h. sie entsprechen reinem Wunschdenken 
 -  die Modelle beinhalten keinerlei Regelung; d.h. es fehlen Rückführungen, ohne die Praxis nicht 
    klappt.
 
 Die Modelle haben Mängel:
 -  die Modelle sind Ausschnitt-Darstellungen, ohne daß darauf hingewiesen wird (auf Postkartenformat
    läßt sich das hoch-komplexe Neuerungsgeschehen nicht wiedergeben)
 -  die Modelle entsprechen infolge ihrer Typisierung und der Lücken nicht der Wirklichkeit; ihr Abbild-
    Charakter ist demzufolge fraglich bis wenig hilfreich
 -  ein Prinzip-Mangel besteht darin, daß die folgende, auch für das Innovieren geltende Erkenntnis nicht
    berücksichtigt wird: 


              Menschliche Entscheidungen sind das Resultat einer komplexen Mischung aus
              logischem Denken und rationaler Argumentation verbunden mit emotionsgesteuertem
              Verhalten und situationsbezogenem Handeln.
 
 Die Strukturschwächen der Modelle haben zur Folge:
 -  es gibt spektakuläre Flops und hohe Flopraten (s. weiter unten)
 -  an der Tagesordnung sind Fehlallokationen in beträchtlichem Ausmaß (s. weiter unten)
 -  über die in der Praxis entstehenden Verluste wegen falscher Innovations-Entscheidungen setzt
    man sich üblicherweise hinweg und versucht, sie zu verschweigen (auch hier: s. weiter unten).
 
Erkenntnis: Den etablierten Prozeßmodellen fehlt es an der nötigen Effizienz und Effektivität. Sie sind methodisch, strukturell und inhaltlich auf dem Niveau des vorigen Jahrhunderts stehen geblieben und nicht an die wesentlich veränderten Anforderungen und aktuellen Möglichkeiten angepaßt worden. 


 Highlight: Das Mehrwert-Innovationsmodell des Autors hat daraus gelernt und ist so konzipiert, daß die oben genannten Makel vermieden werden. 

Hindernisse, Hürden und Barrieren 

Daß Innovieren keine leichte Übung ist, die man "g`schwind" mal so "nebenbei" erledigt, weiß jeder mit ein bisschen Erfahrung. Eher ist der Prozeß mit einer anspruchsvollen Wanderung im Gebirge zu vergleichen:

Von der Idee bis zum gewollten Ergebnis will alles bedacht sein. (Wir wollen ja keinen Flop landen).
Angefangen vom Gebiet (Geschäftsfeld) und vom Startpunkt in tiefer, mittlerer oder höherer Lage (Schwierigkeitslevel) mit Anreise (verschiedene  Wege) bis hin zum Zielpunkt (Ergebnis) mit Rückreise (Vermarktung). Die Ausrüstung muß stimmen (Tools), der Proviant (Finanzen) muß reichen, Wetter und Klima (Umwelt) müssen berücksichtigt werden u.v.a.m.
 
 Unterwegs müssen Bäche und Schluchten (Hindernisse) überwunden, umgestürzte Bäume (Barrieren) umgangen, Klettersteige (Hürden) gemeistert werden. Und es zeigt sich, daß es gut ist, wenn man improvisieren kann, wenn Unvorhergesehenes eintritt. In Lit.: "Barrieren, Hindernisse...", 2016 ist die gesamte Problematik mit ihren Ursachen und Wirkungen einschließlich Beispielen und Quellen behandelt worden. Ausführlich werden sowohl die Killerfaktoren als auch die stimulierenden Anreize
in ihren unterschiedlichen Ausprägungen beschrieben.
 
Erkenntnis: Es gibt 6 Widerstandsarten beim Innovieren und wir kennen ihre Details.

Highlight: Es gibt Maßnahmen (kultureller, organisatorischer personeller und finanzieller Art), wie sie überwunden werden können. 

Fehlallokationen, Verluste und Flops 

Die unzureichende Effizienz und Effektivität der vorhandenen Modelle führt dazu, daß Ressourcen aller Art falsch, unrationell oder suboptimal eingesetzt werden; anderweitig wären sie von größerem Nutzen gewesen. Diese Fehlallokationen an Manpower, Finanz- und Sachmitteln mindern die Leistungskraft von Unternehmen und Gesamtwirtschaft.
 
 Welche Verluste durch dieses Verhalten eintreten, ist offensichtlich nicht allen Beteiligten in vollem Umfang bewußt (sonst wäre das abgestellt). Es wird für sinnvoll gehalten, diese Verluste hier zu benennen:  es geht vornehmlich um Markt-, Kunden- und Imageverluste.

Im Einzelfall können die Auswirkungen beträchtlich bis existenzgefährdend sein. Woran im Regelfall überhaupt nicht gedacht wird, sind die Zeitverluste, die dadurch entstehen, daß im Flopfall ein neues Projekt aufgesetzt werden muß, das erneut seine Zeit beansprucht. Währenddessen kann der Wettbewerb ungestört seine Position ausbauen oder verbessern. Das ist normalerweise nicht mehr aufzuholen. Die Verluste hieraus sind zwar meist nicht zu beziffern, aber sie sind unzweifelhaft schädigend.
 
Über Flops wird nicht gerne geredet; man könnte sagen: das ist geradezu ein Tabu-Thema. Nur die Großflops erreichen Bekanntheit; Beispiele: die Magnetschwebebahn Transrapid, das Video-Kassetten-system Betamax, der Ford-Edsel oder Windows-Vista. Die Masse der "kleineren" Innovationsflops verbleibt im Dunkeln. Deren Zahl ist jedoch immens.

Je nach Quelle (s. Lit.: "Disruption im Innovations-Management," 2018; S. 13) sind es 9 von 10 Neuerungen, 72 %, 60-70 %. Es werden Fehlinvestments im zweistelligen Milliardenbereich p.a. genannt.
 
Erkenntnis: Trotz großer Bedeutung des Themas gibt es nur wenige belastbaren Untersuchungen;
ein  Beispiel für die vielen Fehlschläge: Reinh. Bauer: "Gescheiterte Innovationen", campusforschung (2006); 351 S.

 

 Wettlauf und Wettbewerb 

Zunehmender Wettbewerb, sowohl hinsichtlich Umfang, Härte und Bedingungen als auch Region (national, international, global) verlangen auf dem Gebiet der Innovation den Einsatz des gesamten verfügbaren Instrumentariums und das Ausreizen aller Möglichkeiten.
Strukturwandel, Digitalisierung und andere mächtige Kräfte, die mit Vehemenz und hoher Geschwin-digkeit auftreten, zwingen dazu. Hier gilt es nicht nur mitzuhalten, sondern vorne dran zu sein.
 
In sportlichen Wettkämpfen geht es um Pokale, um Prämien, um Namen. Manchmal entscheiden tausendstel Sekunden über Sieg oder Platz. Im Wirtschaftswettbewerb geht es bei den großen Kon-zernen um ihre Rangfolge auf Milliarden-Märkten, bei den Hidden-Champions um weltweite Innovationsführerschaft.
 
Wettlauf ist ein eindimensionales Geschehen; einziges Kriterium: Geschwindigkeit. Innovations-Wettbewerb dagegen ist mehrdimensional; es kann sich um einige bis viele Kriterien handeln. Beispiele: Kosten, Ertrag, Marktanteile, Nutzen, Image.
 
 Während es für den Wettbewerb von Regionen offizielle Rankings gibt (s. Lit.: "Innovations-Wettlauf und Innovations-Wettbewerb", 2016) fehlt eine entsprechende Rangeinstufung bei den Unternehmen. Für beide Wettkampfarten gibt es Bestimmungsgrößen, die sich allerdings im Zeitablauf verändert haben. Heute rangieren  als Erfolgsfaktoren ganz vorne: das Realisieren von Monopolgewinnen auf der Anbieterseite und die Nutzenmaximierung auf der Nachfrageseite.
 
 Erkenntnis: Wir sind konfrontiert mit sehr großen und früher nicht gekannten Veränderungsge-schwindigkeiten auf allen Gebieten; nicht nur beim Innovieren selbst, sondern ganz generell beim Lernen, Umlernen, Denken, neu denken, Entscheiden und Handeln. Vieles hat größere Tragweite, verlangt wird mehr Nachhaltigkeit.

Highlight: Wir gewinnen, wenn wir uns beim Innovieren hoch-kreativ und unkonventionell verhalten. Wir werden Erfolg haben, wenn wir Chancen suchen und sie umgehend mutig ergreifen.
 

Mißbrauch und Preise 

Der Mißbrauch 

Innovationen haben - wie Medaillen - eine Vorder- und eine Rückseite; man könnte auch sagen: eine Sonnen- und eine Schattenseite. Die Sonnenseite ist eine Erfolgsgeschichte. Sie wird in Wort und Bild bejubelt; mit Preisverleihungen, Events und Presseterminen. Mit der Sonnenseite verbindet man: super, toll, modern, fortschrittlich. 

Die Schattenseite wird tabu-artig verschwiegen. Kaum Jemand weiß, daß es sie überhaupt gibt. Hier geht es weniger schön zu. Da findet man Täuschung, Betrug, Trittbrettfahren, unlautere Verwendung des Begriffs, Ausnutzen von Lücken etc., etc. 

Um diesen Mißbrauch geht es hier. Spricht man mit Eingeweihten darüber, ist Unverständnis die häufigste Reaktion; nach dem Motto: das ist dann ein Kollateralschaden, den muß man - im Interesse der guten Sache - eben hinnehmen. Dabei gäbe es eine einfache Lösung. 

Erkenntnis 1: Es gibt Innovations-Mißbrauch und es wird nichts dagegen unternommen. 

Ein persönliches Erlebnis möge als Beispiel dienen: Eine Erfindung des Autors (angemeldet 1955 und patentiert 1958) wird 2012 auf der "Internationalen Messe Achema" als Neuheit ausgestellt, mit einem "Innovation Award" prämiert und in der Fachpresse beworben. Feststellung: Was damals neu war, ist 60 Jahre später längst zum Standard im Chemie-Anlagenbau und damit zum Allgemeinwissen geworden. Die Auszeichnung ist Mißbrauch, denn eindeutig durch Fakten belegt ist, daß der ausgestellte und prämierte Gegenstand nicht das Kriterium "neu" erfüllt. 

Die Auszeichnung kann viele Gründe haben. Mögliche Ursachen / Mängel auf der Hersteller- / Anbieterseite sind z.B. Unwissenheit, Unbekümmertheit, ungenügende Recherche; auf der Seite des Veranstalters / Auslobers z.B. Informationslücken bei der Jury (bestehend aus Redakteuren der Fachpresse), unzureichende Prüf- oder Auswahlkriterien. 

Auf jeden Fall wirft der Fall kein gutes Licht auf diesen Preis hinsichtlich Qualität, Image, Glaub-würdigkeit. Man könnte auf die Vermutung kommen, daß bei diesem Preis Marketinggesichtspunkte höher gewichtet wurden als sachliche Fundierung. 

In: "Lit.: "Mißbrauch..." (2015); sind weitere Beispiele (Einzelfälle, Gruppenfälle, Großfälle) aufgeführt. D.h.: Innovations-Mißbrauch ist nicht selten. Wir kennen sechs Mißbrauchsarten: absichtlich, unabsichtlich, wissentlich, unwissentlich, versehentlich, widerrechtlich. Das Verhalten der Akteure reicht von naiv, plump, dreist, subtil, raffiniert, unlauter bis hin zu moralisch verwerflich und illegal. Die Anreize sind groß, denn Sanktionen sind nicht zu befürchten. 

Erkenntnis 2: Während andere Formen geistigen Eigentums geschützt sind (Erfindergesetz / ArbnErfG, Patentgesetz / PatG, Musterschutzgesetz / MuSchG, Designgesetz / DesignG und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb / UWG, sind Innovationen gesetzlich nicht expressis verbis geschützt. 

Anmerkung: Als unlauter gilt, wenn die "Verpackung" suggeriert, beim Inhalt handele es sich um eine Innovation, aber keine echte, wahre Innovation "drin" ist. Dann liegt ein klarer Fall von Täuschung, bzw. versuchter Täuschung vor. Wobei schon die Absicht strafbar sein kann. 

Das UWG versteht unter "unlauter" "geschäftliche Handlungen, die geeignet sind, die Interessen von Mitbewerbern, Verbrauchern oder sonstigen Marktteilnehmern spürbar zu beeinträchtigen." Dazu gehört u.a. "den Werbecharakter zu verschleiern, Dritte zu täuschen, die Wertschätzung von Waren und Dienstleistungen auszunutzen oder Marktteilnehmer irrezuführen." 

Highlight: Eine Lösung wäre, Innovationen in das UWG explizit einzufügen. 
Anmerkung: Entsprechende Anregungen an die Bundesministerien für Justiz und Wirtschaft in Berlin sind nicht auf Widerhall gestoßen. 

 

Innovations-Preise 

Zur Sonnenseite der Innovations-Medaille gehören Auszeichnungen, Ehrungen und Preise. Damit verbunden sind Aufmerksamkeit und Publicity. Doch schon in Lit.: "Innovationspreise; deutschland-, europa- und weltweit" (2015); S. 2 wurde gefragt: "Sind Innovationspreise nützlich oder Blendwerk, Aura oder Alibifunktion"? Haben sie meßbare Effekte oder dienen sie nur der Selbstdarstellung? 1998 wurde von kompetenter Stelle gar die Ansicht vertreten, sie seien zwar gut gemeint aber wirkungslos (ebenda; Seite 3). 

In der oben genannten Arbeit wird u.a. behandelt: 

  - Was ist ein Innovationspreis?                                                                                                    
 -  Wozu dient ein Innovationspreis?                                                                                        
 -  Welche Erwartungen haben die Beteiligten?                                                                   
 -  Auswahl und Procedere bei der Ermittlung der Preisträger                                          
 -  Inhalte und Struktur einer Datei Innovationspreise                                       
 -  Zusammenstellung von 350 weltweiten Innovationspreisen im Anhang. 

Erkenntnis: Ein Innovationspreis ist ein gern und häufig benutztes Multi-Talent; ein Transportvehikel 
für die unterschiedlichsten Erwartungen und Hoffnungen; allerdings mit einer sehr großen Güte-Bandbreite. 

Highlight: Ein Innovationspreis, der sich auf eindeutige Fakten stützt, der von Fachleuten mit nach-prüfbarere Methodik ermittelt worden ist und der im Markt Erfolg hat - also ein Innovationspreis mit Qualitätssiegel - ist Ausweis für kreative Arbeit und verdiente Anerkennung für die dahinter stehende Leistung. 

 

 













 



 

 
 

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Einleitung

Das Thema Innovation hat einen außerordentlichen, großen Umfang; alle unsere Lebensbereiche sind betroffen. Es ist sehr vielgestaltig (technische, wirtschaftliche, organisatorische, soziale und andere Gesichtspunkte). Es ist hoch-komplex, d.h. es gibt unklare und auch unbekannte Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge und viele Einfluß-faktoren. Es ist äußerst spannend, denn je mehr wir wissen, um so interessanter wird das Phänomen, um so tiefer wird unsere Erkenntnis, um so größer das Verständnis. Das Thema ist nicht nur bunt, sondern schillernd; egal ob aus der Makro- oder der Mikro-Perspektive, ob aus kurzer oder langer Sicht, ob theoretisch oder praktisch fundiert, ob wissenschaftlich oder empirisch begründet. Außerdem ist es nie zu Ende, denn menschliche Kreativität kann nicht begrenzt, gebremst oder gelenkt werden.
Der Autor hat das Thema im Verlauf seiner 60-jährigen beruflichen Tätigkeit in Fach-artikeln, Büchern und Broschüren behandelt; mal infolge eines konkreten Anlasses, mal um einen summarischen Zwischenstand zu erfassen. Zwei solcher Sammelwerke sind:
"Wissenspool Innovation", FAZ-Buch (2002); 507 S."Handbuch Innovations-Terminologie" CONSILIUM Collegium (2009); 587 S.
Eine dritte Zusammenfassung ist die vorliegende Arbeit. Sie gibt einen Überblick zu den in den Jahren 2013 - 2018 entstandenen Broschüren, den gewonnenen Erkenntnissen und den erarbeiteten Highlights; und zwar in verdichteter Form. Eine wahre Fundgrube. Dabei kommt es nicht auf die Anzahl der Erkenntnisse an, sondern auf deren Bedeutung, den Zusammenhang und die Schlußfolgerungen.

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